[Ausgelesen] Die Essensvernichter: Warum die Hälfte aller Lebensmittel im Müll landet und wer dafür verantwortlich ist

Zugegebenermaßen, es ist schon lange her, dass ich das Buch „Die Essensvernichter“ ausgelesen habe. Ich wollte es aber mal erwähnen, weil ich es für ein wichtiges Buch halte. Wer zu faul ist, das Buch zu lesen, kann sich den gleichnamigen Film ansehen. Der englische Titel lautet übrigens „Taste the waste“.

Erst diese Woche habe ich wieder einen Artikel zum „Welthunger“ gelesen und musste darüber den Kopf schütteln. Da hieß es, unsere Produktion an Nahrung würde nicht mit dem Weltbevölkerungswachstum mithalten können und es käme daher früher oder später zu Hungersnöten. Als Gründe wurden unter anderem angegeben, dass sehr viel Nahrung zur Energiegewinnung (z.B. Biogas) und für Vieh (vor allem Fleischproduktion, aber auch Milch) verwendet würde. Außerdem würde viel von der produzierten Nahrung auf dem Weg zum Konsumenten verderben. Wir müssten also eigentlich unsere Produktion wohl zunächst gar nicht steigern, es würde schon helfen, wenn die Verschwendung und die Konsumgewohnheiten sich ändern würden. In dem Artikel klang es so, als würde diese Option jedoch nicht ergriffen – stattdessen ziele man darauf ab, die Produktion tatsächlich weiter zu steigern. Ich finde das ehrlich gesagt unsinnig, um nicht zu sagen lächerlich.

Worum geht es in dem Buch?

Die Autoren beschreiben, wie auf den unterschiedlichen Stationen unserer Nahrungsmittelproduktion und -transport systematisch Nahrung verschwendet und vernichtet wird. Die dabei verloren gehenden Mengen sind beträchtlich! In der gesamten EU werden demnach jedes Jahr etwa 90 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Die Gründe dafür behandelt dieses Buch bzw. der Film.

Das Buch hat mich dazu verleitet, stärker darauf zu achten, keine Nahrungsmittel zu verschwenden. Beispiele, wie ich versuche den eigentlich „essbaren“ Müll zu reduzieren:

  • die Molke beim Mozzarella kann ebenfalls verwendet werden, ich gebe sie z.B. in Saucen
  • um einen Überblick über den Kühlschrankinhalt zu haben ohne den Kühlschrank längere Zeit offenstehen lassen zu müssen, schreibe ich auf eine Tafel an der Tür drauf, was an Lebensmitteln enthalten sind und wann sie ablaufen
  • Kartoffeln und Möhren müssen i.d.R. nicht geschält werden. Beim Schälen trägt man sehr viel von den Knollen/Wurzeln ab. Das macht nur Sinn, wenn man die Schalen dann z.B. Kleintieren wie Kaninchen zum Fressen gibt
  • Radieschenblätter und Kohlrabiblätter sind essbar; erstere eigen sich gut für Salate, letzere sind eher gedünstet genießbar
  • Das MHD ist für mich nur eine Richtschnur. Ich habe zum Beispiel schon mehrfach abgelaufene Eier oder Milch verzehrt und es hat mir kein einziges Mal geschadet.
  • Essiglake von Sauren Gurken oder Oliven eignen sich als Dresssingzutat für Salate
  • Einen Einkaufszettel schreiben und sich weitestgehend daran zu halten verhindert, dass man Zeug kauft, dass man eigentlich gar nicht braucht.

Über Sabrina

Ich mag Schafe, Pferde, Hühner, meinen Ehemann Herr Nagezahn (:-D), Tee, Stricken und andere textile Handarbeiten, lese gerne Sachbücher und esse, koche und backe gerne. Noch lebe ich in einer Großstadt, bald geht es jedoch wieder zurück aufs (flache) Land!
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