[Ausgelesen] Baumwolle weltweit

Recht schnell hatte ich nun das Buch Baumwolle Weltweit ausgelesen, vor allem, wenn man bedenkt, wie dick und schwer das Buch ist und was es kostet! Es war weit weniger informativ als erhofft und enthielt viele ein- oder gar zweiseitige Schwarz-weiß-Fotos, die mich nicht ansprachen.

Vielleicht ist das Problem, dass ich schon einiges über den Baumwollanbau und die Bedingungen in der Textilverarbeitung wusste (über letzeres habe ich eine kleine wissenschaftliche Arbeit an der Universität geschrieben), sodass für mich nicht viel Neues dabei war. Zweifellos zeigt das Buch jedoch, wie belastend für Mensch und Umwelt der (konventionelle) Baumwollanbau ist.

Dazu kurz einige Daten:

Ein Farmer in den USA produziert 400 x mehr Baumwolle als ein Bauer in West-Afrika auf der selben Fläche ernten könnte. Grund dafür ist, dass die US-Farmer Subventionen erhalten (die allerdings dieses Jahr abgeschafft werden sollen, wenn ich recht verstanden habe), was ihnen einen höheren Abnahmepreis als der Weltmarktpreis garantiert und fast alles maschinell bearbeitet werden kann. So pflückt man in Afrika die Baumwolle noch von Hand, während in den USA dafür Maschinen eingesetzt werden können. Dies sorgt dafür, dass Pflücker von Hand 150 Pfund pro Tag schafft, während die Maschine 75000 Pfund pro Tag abernten kann.

In Sachen Pestizide lässt sich für die Vereinigten Staaten feststellen, dass die Pestizidausbringungen seit Einführung von Genveränderter Baumwolle von Bayer und Monsanto, der 70 Prozent des Baumwollanbaus ausmacht, 80 Prozent weniger Pestizide eingesetzt werden müssen. Leider ist dieses Konzept nicht auf andere Länder übertragbar. Für Indien stellen die Autoren des Buches fest, hat sich die Pestizidausbringung erhöht als Genmanipulierte Baumwolle angebaut wurde – da neue Schädlinge auftauchten, die zuvor von den nun abgetöteten Schädlingen in Schach gehalten wurden.

Abgesehen davon sprühen amerikanische Farmer denoch 9-14 mal pro Anbausaison ihre Felder – häufig vom Flugzeug aus.

Lobend heben die Autoren bioRe hervor, eine schweizer Zerfizierung für Bio-Baumwolle. Durch den Bio-Anbau können die indischen (und mittlerweile auch afrikanische) Bauern viel Geld sparen, dass sie sonst für genmanipuliertes Saatgut und Pestizide ausgeben müssten, wodurch sich die Verschuldung der Bauern verringert hat. Die Einnahmen sind außerdem höher und stabiler und es werden Kredite und Beratung angeboten.

Ein Problem bei allen Anbaugebieten scheint der Wassermangel zu sein. Baumwolle braucht sehr viel Wasser – was zur Folge hat, dass die Wasservorräte in einigen Anbaugebieten bald zu Neige gehen. Die Bewässerung ist außerdem in einigen Teilen der Welt höchst ineffizient und verschwendet diesen wichtigen Rohstoff durch lecke Rohre oder Furchenbewässerung statt Tröpfchenbewässerung. Die Bewässerung kann außerdem zu Übersalzung der Böden führen, was sie auf lange Sicht unbrauchbar macht.

Alles in allem macht mir dies wiedereinmal deutlich, wie wichtig es ist, dass die Baumwollbauern ausreichend informiert werden über die für sie besten, günstigsten und umweltfreundlichsten Möglichkeiten des Anbaus und Mini-Kredite für Verbesserungen angeboten werden. Gerade Bio-Baumwoll-Anbieter wie bioRe bieten den Menschen genau dies.

 

 

 

Über Sabrina

Ich mag Schafe, Pferde, Hühner, meinen Ehemann Herr Nagezahn (:-D), Tee, Stricken und andere textile Handarbeiten, lese gerne Sachbücher und esse, koche und backe gerne. Noch lebe ich in einer Großstadt, bald geht es jedoch wieder zurück aufs (flache) Land!
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